Cornificius! mit den Kreisellöckchen,
fein gesalbten und wohlgelockten Löckchen,
- einundzwanzig auf deiner rechter Seite
und auch auf deiner linken einundzwanzig,
die zu drehn zwei griechsche Sklaven bestellt sind ...
Cornificius, o du süßer Buhle,
bitte, - wolltest es nächstens nicht vergessen,
wenn du...
-
-
Aus der Verzweifelung, aus Nacht, aus Katakomben her kamst du,
mit des Todes eisigem Hauch im Nacken,
mit geblendeten, gejagten Blicken.
Mörtel haftete in deinen Haaren
und im jungen Barte Spinngewebe,
und dein Leib war ein gespannter Bogen,
dessen Pfeil nach süßerm Himmel zielte
als nach deines bleichen... -
Unser Lager dampft noch von wilden Stunden
und doch lieg ich allein auf entseelten Rosen.
Auf den Lippen, die deine Küsse noch fühlen,
welkt mir das Lächeln.
Kehre wieder! O, wäre es wieder doch Abend!
Alles bist du, was schön ist und süß und befeuernd,
du allein wirst zum Gott, da jeder andre zum Tier wird:... -
Die goldene Sonne, den silbernen Mond
hat Gott dir aufs Haupt gelegt.
Von keinem Sturm bleibt mein Herz verschont,
das zitternd dich erträgt ...
Dein Aug ist wie ferne Berge, so blau,
wie die Flamme, die offen brennt,
so blau wie die Wegwart auf deutscher Au,
wie das ganze Firmament ...... -
Tigellinus, der meinen Spielen zusieht,
der mich lieben heißt, wie die andern tanzen,
der mit Hohn uns Kämpfer des Eros anpeitscht,
wie das Volk versagende Zirkuskämpfer,
der mein Fleisch im Griffe des Menschenaffen
liebt und unter dem Schwarz von Panthergliedern,
der mit gelbem Grinsen im Prunkstuhl säße,... -
Silberspiegel, du einzig vertrauter der Freunde,
der mein Selbst an mich schenkt, das andre nur von mir fordern,
noch zeigst voll du mein Haar, gleich ungedroschenen Garben.
Schwarze Verführung das Aug, rote Verlockung der Mund! -
Aber kommt erst der Tag, an dem du verstohlen mich warnest:
"Merk's, nicht ewig gnädig bleibt... -
Komm doch näher zu mir, Lyka! Umschlinge mich fester.
Schmilzt meiner Traurigkeit Eis vor deiner Wärme wohl fort?
Kupfernes, knisterndes Haar, viel leuchtender schön als das meine,
dem der Ägypterin Saft heimlich den Goldglanz erhöht.
Sag, warum sieht dies kein Mann, wie süß du und rosig des Morgens
ihn hinwegführst, da mich... -
Die Fackel des Eros
Ein Sonettenkranz (1918-1928)
Ich dank dir, daß du bist,
Daß du so lächelst, daß du blaue Augen
Und keine schwarzen hast!
Hebbel, Nibelungen... -
Sonette für Jan
I.
O Traueresche, - schwesterlicher Baum,
der nun erst Frühlingsmacht an sich erfährt!
So lang hast Du verzweifelt Dich gewehrt,
nun überwältigt Dich Dein später Traum.
... -
Schon immer war mir der Frühling freund
wie jedem, der ihn besang,
doch diesjahrs kommt er bekränzt und gebräunt
und mit lachendem Überschwang.
Er gibt mir Wiesen und Hain und Wald,
eigen Hof, eigen Haus und Getier
und bleibt in deiner geliebten Gestalt
für selige Zeiten bei mir!
...