• Hättest, Mamilius, du ein winzig windschiefes Häuschen
    mir und ein Gärtchen geschenkt, - Rosen und Rüben zu ziehn,
    gerne hätt ich dafür das talberggebildete Antlitz
    und das spiegelnde Haupt dir zum Danke geküßt.
    Aber was soll mir dies Haus, daraus du Metellus verdrängt hast?
    Säle wie Himmel so weit - und zum Verirren ein Hain...

  • Wenn deinen herrlichen Leib mit lässig schaukelnden Schritten
    an mir vorüber du trägst, ... es werfen die lustreichen Schenkel
    schattige Falten im glänzenden, dünnen Gewebe, ... bebe ich, Fausta!
    Wenn du mich anblickst, - mein Herz bis tief in sein Tiefstes erkennend,
    wenn du mir lächelst, wie selbst unter Schleiern verborgen,
    ...

  • Auf meiner Mutter feuchtem Grab
    ein Frosch gesessen hat,
    grün wie ein junges Lindenblatt.
    Sein Herz schlug auf und ab.

    ... "Arme Seele, ist dies deine Stund,
    so bet ich dich frei vom Bösen!
    Soll ich dich zum Prinzen erlösen,
    dann küss ich dich auf den Mund.

    Doch hat...

  • Im mondlichtträufelnden Garten wandle ich schwelgend hin
    knirschenden Weg, - vom Hause her, bis zum Dickicht dort,
    zum Beet der paphischen Rosen, das mir der Duft verriet,
    - schlafende Tauben gurren manchmal im Dunkel auf -
    und über massigem Schwanz der flüsternden Wipfel steht
    seligen Lichts der Venus begnadender Stern....

  • Oftmals wähntest du wohl, du hättest mich Toren gefangen,
    bändest die Hände mir fest mit Ketten goldigen Haars.
    Oftmals wähntest du wohl, ich müsse Gnade erbitten,
    fülltest die Lippen mir an mit dem feucht schmelzenden Kuß.
    Fausta! weißt du es nicht? Es spann für Omphale Herakles
    Tag um jeglichen Tag, daß er genieße des Nachts...

  • Konntest du gehn und ließest dem Schmerz meine Seele?
    Konntest du gehn und ließest mich selber der Sehnsucht,
    ihr, der Mörderin, deren Hände mich meucheln,
    weil die deinen obsäumen, mir liebzukosen?
    Seit du gingst, beschleichen mich Stunden und Stunden,
    mich umwimmelnd wie Ratten den Kettensklaven,
    und mir Sklaven,...

  • Süßester Knabe! Wie sanft hat so verschlossene Schönheit
    mich zu verführen verführt, - und ich begehrte und nahm.
    War's nicht der Kundigen Pflicht, dich Eros' Gesetze zu lehren?
    Und ist Gehorsam denn nicht Pflicht dir vor jedem Gesetz?
    Reut dich die Lust nun? - So bang, weil dir das Kränzlein verwelkte?
    Ich auch verlor's einst...

  • Ich dir danken? Wofür? Ich nahm dir nichts, ich verströmte!
    Alles wardst du durch mich, einzig das Nichts-sein war dein.
    Es gefiel mir, ich tat's. - Kaum sag ich, daß du mir gefielest!
    Allzuoft, dir zur Lust, hab ich es flüsternd gesagt.
    Vieles lehrte ich dich und wenig behieltst du von allem.
    Hättst du's behalten, auch mich...

  • Meine Nüstern waren voll vom Geruch
    deiner Glieder, die wie Nacht waren, -
    warm, schwarz und endlos.
    Nach Fett rochst du und nach Erde.
    Über mir war das Rollen deiner Augäpfel
    und das welke Knirschen deiner Zähne in grauen Lippen,
    da du im Takte deiner Lust stöhntest:
    "Ullu - u - - ullu - u ......"...

  • Sieh! Es raten die Freunde: - ich sollte dich lassen,
    süße Fausta! - Du würdest mir Unheil bereiten,
    da ich über das Maß und über den Willen des Eros mich dir ergebe.
    Sieh! Es raten die Freunde: ich möge entsagen,
    runzlich sei ich wie Frucht, noch vergessen vom Vorherbst,
    und du frisch wie die Frühe des vielverheißenden Tages...