O Lucanus, der du heut mich gerettet,
vor des Trunkenen Gier, die mich sich erwählt,
dies schon pries ich, wie du den Beutel hinwarfst,
"- Zehnfach zahl ich die Nacht!" riefst und ich war dein,
ob auch Cestius schalt, - der Trunkene drohte!
- Lieber, aber wie soll dies Fausta preisen,
daß die vom Zwang Befreite du...
-
-
Wenn die Abendbriese die stickigen Dünste des Tages, -
all die lastenden Fieberdünste verjagt hat, -
wenn die Abendstunde die glänzenden Sterne da droben
und hier die dunklen Begierden entfacht hat, -
wenn die Dirnen stehn, mit klingendem Silber behangen,
von der Schwelle rufend, die Wandrer zu locken, -
wenn - wie... -
Wenn deinen herrlichen Leib mit lässig schaukelnden Schritten
an mir vorüber du trägst, ... es werfen die lustreichen Schenkel
schattige Falten im glänzenden, dünnen Gewebe, ... bebe ich, Fausta!
Wenn du mich anblickst, - mein Herz bis tief in sein Tiefstes erkennend,
wenn du mir lächelst, wie selbst unter Schleiern verborgen,
... -
Im mondlichtträufelnden Garten wandle ich schwelgend hin
knirschenden Weg, - vom Hause her, bis zum Dickicht dort,
zum Beet der paphischen Rosen, das mir der Duft verriet,
- schlafende Tauben gurren manchmal im Dunkel auf -
und über massigem Schwanz der flüsternden Wipfel steht
seligen Lichts der Venus begnadender Stern.... -
Oftmals wähntest du wohl, du hättest mich Toren gefangen,
bändest die Hände mir fest mit Ketten goldigen Haars.
Oftmals wähntest du wohl, ich müsse Gnade erbitten,
fülltest die Lippen mir an mit dem feucht schmelzenden Kuß.
Fausta! weißt du es nicht? Es spann für Omphale Herakles
Tag um jeglichen Tag, daß er genieße des Nachts... -
Konntest du gehn und ließest dem Schmerz meine Seele?
Konntest du gehn und ließest mich selber der Sehnsucht,
ihr, der Mörderin, deren Hände mich meucheln,
weil die deinen obsäumen, mir liebzukosen?
Seit du gingst, beschleichen mich Stunden und Stunden,
mich umwimmelnd wie Ratten den Kettensklaven,
und mir Sklaven,...