Schattenriß

by Bruno Ertler (1889–1927) · 1919 German

Eine feine, weiße Wolke
schwimmt im lichten Abendhimmel.

Dunkelschattig, zartgesondert
ragen schwarze Fichtenkronen,
Giebeldach und Zaun und Brunnen,
wie mit scharfer, schmaler Schere
sorgsam zierlich ausgeschnitten. —

Fern ein Windrad hebt gelassen,
wie im Traume seine Flügel,
zögernd klingt im klaren Schweigen
tief und voll das Holz am Holze. — (S. 70)
_____

More poems by Bruno Ertler

  • Abend

    Hinter blauen Bergen
    glüht der Abend aus.
    Segen sinkt hernieder …
  • Abschied

    — — — — — — —
    und nun leb’ wohl —.
    Noch einmal deine Hand — …
  • Begegnung

    Führte zu dir mich des Zufalls Spiel,
    oder war es ein Gott mit Willen und Ziel?
    Ich mag nicht fragen; ich weiß es nicht. …
  • Bitte

    Senke mir die Rosenkrone
    tief in meine Stirne. —
    Sehnsucht ließ zu dir mich finden …

All poems by Bruno Ertler →