Bitte

by Bruno Ertler (1889–1927) · 1919 German

Senke mir die Rosenkrone
tief in meine Stirne. —

Sehnsucht ließ zu dir mich finden
und den fernen, müdgetäuschten,
lieben, dummen Kinderglauben
hast du wachgerufen —
du — —
wie zuweilen noch die Sonne
eine Apfelblüte zaubert
spät im Herbst.

Oh, ich weiß es: Diese vollen,
roten Tage, die nun kommen,
tragen schwer —
schwer an Lust und Weh —
ich weiß es.

Drücke mir der Liebe Rosenkrone
tief in meine Stirne —
tief — —
daß ich ihre Dornen fühle. (S. 20)
_____

More poems by Bruno Ertler

  • Abend

    Hinter blauen Bergen
    glüht der Abend aus.
    Segen sinkt hernieder …
  • Abschied

    — — — — — — —
    und nun leb’ wohl —.
    Noch einmal deine Hand — …
  • Begegnung

    Führte zu dir mich des Zufalls Spiel,
    oder war es ein Gott mit Willen und Ziel?
    Ich mag nicht fragen; ich weiß es nicht. …
  • Blüten

    Durch die Blütenzweige
    Spielmann Frühling zieht,
    hell von seiner Geige …

All poems by Bruno Ertler →