San Pietro in Montorio
[40] San Pietro in Montorio. Von Perlen blinkt’s im Gras und Purpursunken Durchirren, rings zerstreut, den Himmelsraum – Ein letztes, warmes Glüh’n noch und versunken Ist das Gestirn des Tag’s im Wolkenflaum.
In schlanker Pinien dunklem Astgespreiz, In diesem traumhaft-plötzlichen Umdüstern Des Firmament’s – welch’ mystisch-süßer Reiz! Da liegt es, hingedehnt zu meinen Füßen,
Noch flimmert’s von des Lichtes Scheidegrüßen Um seine Kuppeln und das Kapitol! So laut mein Herz.... wie trunken schreit’ ich weiter, Und schreite durch das altersgraue Thor –
Der Stern der Lieb’ mir durch deu Wolkenflor. Von fern’ ertönen weiche Knabenstimmen, Wie jagt mein Puls – wie schwer und bang’ die Brust – Im Auge fühl’ ich heiße Thränen schwimmen,
Gemach verathmen Worte und Gesänge, Die Lüste geh’n so weich, so frühlingswarm Und ahnungsvoll mir aber ist, als schlänge Ein namenloses Glück um mich den Arm!