Zeus von Otricoli
[45] Zeus von Otricoli. Leicht neigst du das Haupt und auf ernster Stirne Thront gebietend dir der Vollendung Höchstes: Edle Menschenanmuth mit Götterwürde Machtvoll sich einend!
Mit dem Götterdrang, der von Ewigkeit her Mystisch sich dem Werdenden paart, das immer Rein’rer Vollendung, Immer höh’rer Form und Gestaltung zustrebt,
Über sich als schaffende Gottheit in die Himmel emporhob! Und solch’ Traumbild hätt’ nun die Welt für immer Schnöd’ vergessen, wie ach! im Buch der Zeiten
Spurlos verschwinden?! Aber sieh! da gleitet ein Strahl der Sonne Goldig-hell dir über das Hanpt und zeigt mir Deines Mundes Lächeln, das heit’re, milde,
Und ich fühl’, daß heut’ noch in allem Werden Hehr und sonnengoldig dies Lächeln aufglänzt! Nickst du Antwort mir? Die ambrosischen Locken Wallen dir vorwärts!