Prag
[54] Prag. Auf dem alten jüdischen Friedhofe. Sinnend stand ich bei dem Grabe Rabby Löv’s, des jüd’schen Weisen, Hörte wie im Traum den Führer Seine todten Ahnherrn preisen.
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Und warum, so frug ich staunend,
All’ die Juden, groß und kleine, Auf das Grab mit leisem Murmeln Werfen bunte Kieselsteine? Und es wurde mir die Antwort:
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„Um zu ehren, ist geboten,
Daß wir Blumen streu’n Lebend’gen, Steine auf das Grab der Todten.“ Von solch’ heidnischem Gebrauche Sind wir Christen längst gereinigt:
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Wir bekränzen stets die Gräber
Jener, welche wir gesteinigt.