Osternacht

by Bruno Ertler (1889–1927) · 1919 German

Silberlichte Wolkenelfen
schäkern mit dem hochbejahrten,
immer noch verliebten Mond.

Aus dem hohen Giebelfenster,
wo des knurrig strengen Alten
schöne Tochter unschuldweiße
Mädchenträume schlafen soll,
leuchtet ängstlich und verstohlen,
dennoch treulos unverhohlen
einer Ampel tiefes Rot.

Und ein frühlingsliebestoller,
großer, dicker, schwarzer Kater
überspringt die Gartenmauer. — (S. 66)
_____

More poems by Bruno Ertler

  • Abend

    Hinter blauen Bergen
    glüht der Abend aus.
    Segen sinkt hernieder …
  • Abschied

    — — — — — — —
    und nun leb’ wohl —.
    Noch einmal deine Hand — …
  • Begegnung

    Führte zu dir mich des Zufalls Spiel,
    oder war es ein Gott mit Willen und Ziel?
    Ich mag nicht fragen; ich weiß es nicht. …
  • Bitte

    Senke mir die Rosenkrone
    tief in meine Stirne. —
    Sehnsucht ließ zu dir mich finden …

All poems by Bruno Ertler →