Ich sah an einem stillen Ort
Das Gras sich sacht erfrischen,
Ich sah ergrünen, was verdorrt,
Ich dacht' wohl an ein Liebeswort -
Der Winter lag dazwischen.
Mein Herz, was wird dir gar so bang?
Die Blumen blühn aufs neue,
Und wieder tönt der Vogelsang
Dir schien der Winter ja so lang -
Was quält dich Lieb' und Treue?
Du siehst doch an der Sonne Licht
Den Wald sich schnell belauben,
Und sagt dir ein Vergißmeinnicht:
Ich lieb' dich, bis mein Auge bricht, -
Du brauchst es nicht zu glauben.
Die Linde blüht am Waldessaum
Und deckt mit kühlem Schatten
Das stille Plätzchen unterm Baum -
Wohl kenn ich's noch, es war ein Traum,
Den wir zusammen hatten.
Die Spuren such' ich vor dem Wald,
Wo wir im Gras gelegen,
Die Blätter sind herabgewallt -
Jetzt blühen Blümlein mannigfalt
Und lachen mir entgegen.
Gott grüß dich, lieb Blauveigelein!
Du nebenan so gelbe,
Du mußt ein Schlüsselblümchen sein -
Und bist du's nicht auch, Vögelein?
Ei doch, du bist dasselbe!
Ich sehe wohl, die weite Welt
Ist ganz die alte blieben -
Ein Kuckuck Fastenpredigt hält:
Wenn dir das Scheiden nicht gefällt,
Was brauchst du dann zu lieben?