Nichts Schöneres

by Robert Reinick (1805–1852) · 1844 German

Als ich zuerst dich hab' gesehn,
Wie du so lieblich warst, so schön,
Da fiel's mein Lebtag mir nicht ein,
Daß noch was Schön'res sollte sein,
Als in dein liebes Augenpaar
Hinein zu schauen immerdar.

Da hab' ich denn so lang' geschaut,
Bis du geworden meine Braut;
Und wieder fiel es mir nicht ein,
Daß noch was Schön'res könnte sein,
Als so an deinem rothen Mund
Sich satt zu küssen alle Stund.

Da hab' ich denn so lang' geküßt,
Bis du mein Weibchen worden bist;
Und kann nun wohl versichert sein,
Daß gar nichts Schöneres kann sein,
Als wie mit seinem lieben Weib
Zu sein so ganz ein' Seel, ein Leib! (S. 71-72)
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