Meine Blumen

by Felix Hübel (1874–1922) · 1907 German

DIE bunten Blumen heiteren Übermutes,
die auf der Maienwiese meines Lebens sprossten,
sind alle nun verschwunden.

Lachend kamst einst du des Weges daher
und pflücktest meine Blumen und bandest sie
zu leuchtendem Strausse.

Doch keine Labung reichtest du den Dürstenden;
im Glühen der Sonne welkten sie dahin,
im Glühen der Sonne und in deinen Händen.

Und als, verschmachtend, eine nach der anderen starb,
ihr letzter, müder Duft im Wind verwehte,
da warfst du, überdrüssig ihrer, deinen Strauß hinweg. (S. 1)
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