Frohe Botschaft

by Robert Reinick (1805–1852) · 1844 German

Hielt die allerschönste Herrin
Einst mein Herz so eng gefesselt,
Daß kein Wort es konnte sprechen
Aus den engen Fesseln.

Sandt' es ab als flinke Diener
Feurig schnelle Liebesblicke,
Zu besprechen sich im Stillen
Mit der Herrin Blicken.

Sandt' es Pagen, fein und listig:
Heimlich schlichen hin die Finger
Schmiegten leise sich und bittend
An die schönsten Finger.

Sandt' es ab zwei kühne Boten
Sind die Lippen gar verwogen
An der Herrin Mund geflogen,
Botschaft sich zu holen.

"Nun, ihr Boten, Pagen, Diener!
Welcher Botschaft bringt ihr wieder,
Haben Augen, Finger, Lippen
Nichts mir zu verkünden?"

Und voll Freuden rufen Alle:
Juble, Herz! und laß das Zagen,
Deine Herrin sendet Gnade,
Deine Bande fallen! (S. 34-35)
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