Das Liebesschloß

by Alfred Walter Heymel

Der Gott der Liebesraserei,
der hat ein schönes Schloß.
Drin sind von Spiegeln Säle drei:
Komm! Sei mein Tanzgenoß.

Wir sitzen in dem ersten Saal
an einem goldenen Tisch.
Drauf steht ein ganzes Liebesmahl,
Wein, Früchte, Fleisch und Fisch.

Wir drehn uns durch den zweiten Saal,
der strahlt in rotem Glanz.
Wir sehn uns tanzen tausendmal
den heißen Liebestanz.

Wir küssen uns im letzten Saal,
der ist so kissenweich.
Dort thront die süße Liebesqual,
den Göttern sind wir gleich.

Der Gott der Liebesraserei,
der hat ein schönes Schloß.
Drin sind von Spiegeln Säle drei:
Komm! Sei mein Tanzgenoß. (S. 73)
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