Denk ich an deinen Mund, o Frau

by Rene Schickele (1883–1940) · 1920 German

du Liebe,
blühn Himmel warmen Bluts, das dargebracht
aus Liebe.
Denk ich an deinen Leib,
ich durfte mich ihm liebend nahn,
gehn Meere weißen Lichts,
wie es die Frommen sahn,
sie sagten auch, daß Gott darinnen lebt.
Dies Weiß und Rot steht vor der großen Nacht
wie ein verschwommen Angesicht,
wie eines Freudenschlosses Flammenuntergang,
aus dem, ein Phönix, sich der Mond erhebt. (S. 5)
_____

More poems by Rene Schickele

  • Ballade

    Madame will wissen, wer ich bin?
    Madame will wissen, wo ich steh?
    Madame will wissen, welchen Weg …
  • Ballade von der Frau Minne

    Dein glühend Reich dehnt sich von Ost nach West,
    zehn Tagemärsche sind von einer Lust zur andern.
    Vieltausend Helden wollten dich durchwandern, …
  • Der Gläubige

    Zu Tod und Verklärung lockt der Frauen Schoß.
    Das ist die Nacht, die auf unsern Augen ruht,
    und das ihr Lächeln wirr und groß. …
  • Erinnerung

    Hab ich dich damals in den Armen denn gehalten
    und fest an mich gedrückt?
    Versank ich nachts entzückt …

All poems by Rene Schickele →