Das Glockenspiel

by Daniel Schiebeler (1741–1771) · 1773 German

Hörst du den feyerlichen Klang?
Empfindung füllt mein Herz,
Die es noch nie zuvor durchdrang,
Entzücken, Andacht, Schmerz!

O Daphne, dieser Augenblick
Bekrönt ein liebend Paar,
Es schwört sich seines Lebens Glück
Am heil'gen Traualtar.

Belohnt ist nun der Tage Reih,
In Seufzern hingebracht,
Und jede, der Melancholey
Geweihte, lange Nacht.

Sieh diese Thräne, welche mir
Durchs Auge zitternd bricht!
Dein Herz, o Daphne, sag' es dir,
Was diese Thräne spricht! (S. 141)
_____

More poems by Daniel Schiebeler

  • Am ersten Tag im May

    Schau, der May senkt sich zur Erde nieder,
    Schöne Daphne, Philomelens Lieder
    Tönen schon durch Feld und Hayn. …
  • An Daphne

    Wenn ich an deiner Seite bin,
    Wie flüchtig fliehen sie dahin,
    Die angenehmen Stunden! …
  • An Daphnen

    Daß manch entferntes Land mich kenne,
    Und daß man meinen Namen nenne,
    Wenn man von grossen Dichtern spricht, …
  • An den Schlaf

    Komm, süsser Schlaf, und schau auf meine Zähren,
    Und höre, was mein Herz von dir zu bitten wagt!
    Komm, senke dich herab, das Glück mir zu gewähren, …

All poems by Daniel Schiebeler →