Das Geständniss

by Karl Streckfuss (1779–1844) · 1804 German

Ein Wörtchen muss ich dir verkünden,
Ein leises Wörtchen, dir allein;
Längst fühlt' ich's schon mein Herz entzünden,
Doch schloss ich's tief im Busen ein.
Du siehst mich fragend an? O schlage
Nur jetzt noch nieder deinen Blick,
Mir weicht der Muth, es treibt die Frage
Ins Innerste das Wort zurück.

Nein, sieh mich an - die Wange glühet,
Und zu der Erde sinkt mein Blick,
Mir pocht das Herz, der Athem fliehet,
Und so verscheucht die Furcht das Glück.
Ich kann - ich kann das Wort nicht sagen,
Ob es mein Innres gleich verzehrt,
Denn Reue folgt dem kühnen Wagen,
Wenn uns ein blinder Wahn bethört.

O möchtest du mich doch verstehen,
Und dann dem Schüchternen verzeihn!
Du lächelst? Deine Blicke sehen
Mein schön Geheimniss sicher ein.
Du nick'st mit freundlicher Geberde?
Du zürnest, Holde, nicht auf mich?
Wohl mir, dem Glücklichsten der Erde,
Amana, ja, ich liebe dich! (S. 66-67)
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