Dämmerstunde

by Alfred Mombert (1872–1942) · 1963 German

Du sitzest traurig mir gegenüber.
Vielleicht auch, daß du weinst.
Du bist nicht, was du scheinst,
und meine Hand hat deine sinken lassen.
In fernen Sonnelanden, drüber
der Himmel tiefer blaut, kann ich dich fassen.
Aus lockend irr verschlungenen Gassen
tönt Mandolinenklang - zieht so fein
mich in das tief versteckte Haus hinein ...

Du bist nicht, was du scheinst!
Du bist Erinnerung von jenen Sonnen!
Du bist Erinnerung von jenen Wonnen! -
Ein Wenig abgeblaßt; ein Wenig trüber ...

Du sitzest traurig mir gegenüber.
Ich glaube, du weinst. (S. 29)
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