An Astralis

by Otto Heinrich Graf von Loeben (1786–1825) · 1905 German

Es giebt im Lieben ein unendlich Sprechen,
Im Frühlingsglanz aus allen Büschen singend,
Auf den berauschten Blumenlippen klingend,
Wenn sich in uns so Farb' als Töne brechen.
Wie Nachtigall'n im Walde sich besprechen,
Die Liebesklagen mit einander ringen,
Die Stimmen in einander sich ergießen,
Bis sterbend sie im Abendroth zerfließen,
In übergroßer Seligkeit verklingend,
Zwei Flöten gleich die Herzen fliehn, - und springen:
So schweigt der Mund, geheime Töne dringen
Im Innern vor. Wie durch die Welt sie fließen,
Muß sich die Welt erschließen
Als eine Lilie von einander brechen,
Worinnen Erd' und Himmel sich besprechen. (S. 131-132)

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