100.

German

100.
Gern möcht' ich dir so viele Spenden geben,
Und habe nichts, als Augen, welche weinen;
Ja, nur wenn Blumen ächte Liebe meinen,
Verstehst du meiner Opfer zärtlich Streben.

Nicht mag ich selbst mit Trauerlaub' umweben
Was schon als Grab betrübt genug will scheinen;
Ich suche nur, mich innigst zu vereinen
Mit dem, was übrig ist von deinem Leben.

Mein Wunsch ist nicht, daß ich dein Grab verhülle
Mit diesen Blumen, die ich dir gespendet;
Der Streit um dich soll beide mir verklären.

Ich weiß mein Herz in solcher Jugendfülle,
Daß selbst zu deinem Grabe hingewendet,
Kein Thau lebend'ger stralt, als meine Zähren.

HTML Title: 

100.

Year Written: 
1905
Year Rounded: 
1 800
Poem StrLen Difference: 
54

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Strebt' ich auch, was mich umflicht,
Aus der Seele wegzudrängen;
Ach! an tausend Fäden hängt es,
Ach! mit tausend Knoten zwängt es,
Und das Herz bleibt drinne hängen,
Und das Netz, ich lös' es nicht.

(Triolett)

Galt es mir, das süße Blicken
Aus dem hellen Augenpaar?
Unter'm Netz vom goldnen Haar
Galt es mir, das süße Blicken?
Einem sprach es von Gefahr,
Einen wollt' es licht umstricken;
Galt es mir,...

Thränen unerhörter Liebe
Sind die Boten meiner Triebe.

Lauft nicht, laufet nicht, ihr Quellen,
Eilet nicht aus diesen Fässern,
Lasset ab das Land zu wässern;
Hier sind Thränen, hier sind Wellen
Eure Ufer...

Laß uns blühen, wie wir blühn,
Eh' der Winter welker Jahre
Dir die goldgemengten Haare
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(Fleming)

Sollten wir dem Frühling wehren,
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Kränz' in...

Der Himmel fühlt und theilet meine Qualen,
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