Als sie mit andern frauenzimmer auff dem schiffe fuhr

by Christoph Gottehr Burghart

Ihr ströme gehet sanfft! ihr winde leget euch!
Und treibt das werthe schiff mit angenehmen wehen;
Das schiff dem Argo nicht an ruhm und würden gleich /
Das schiff / das man der einst soll bey den sternen sehen /
Dort fand man helden zwar / doch blosse menschen stehn /
Und Jason in der mitt' als einen fürsten sitzen;
Dort war ein guldnes-fließ. Hier sieht man göter gehn /
Hier sieht man Lisilis wie eine sonne blitzen.
Man ehret ihre pracht: sie sitzet oben an /
Wie eine Käyserin umringt mit Princeßinnen;
Sie ist das goldne fließ / das mich vergnügen kan /
Und das kein Jason auch mir wird entführen können.
Sie ists / an der die welt was unvergleichlichs hat;
Ich kan mit gutem recht sie liebes-göttin nennen:
Und was sie ist es ja: denn ihr befehl und raht
Macht daß die halbe welt muß in der liebe brennen.
O schiff! dein ruhm ist groß / ob du gleich selber klein:
Mir was kan ich dich wol am füglichsten vergleichen?
Die Venus fährt in dir / drum mustu muschel seyn /
So itzt die wilde See vertauscht mit fluß- und teichen!
(Theil 4 S. 81-82)

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