7.

by Gisela Etzel (1880–1918) · 1912 German

7.
Zuweilen geh ich morgens in den Garten,
Wenn noch der Tau die nackten Füße streift,
Verschlafne Vögel auf die Sonne warten
Und alles sacht dem Licht entgegenreift;

Dann trinken meine nachterfrischten Sinne
All dieses Gartens keusche Inbrunst ein,
Und freudig fühle ich, wie ich beginne
Im Unabänderlichen still zu sein.

Die Täuschungen und Wünsche schweigen alle,
Ich blühe wie die Blumen in den Tag
Und wie der Wasserstrahlen flink im Falle
Nichts als ein Sonnenblitzen spiegeln mag. (S. 7)
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