15.

German

15.
Florenz ist schön, doch schöner noch ist Rom,
Und seine Männer sind besonders kühn;
Ich liebe es, wenn Kardinäle glühn,
Und sitze gerne dort im Petersdom

In fernem dunklen Winkel ganz allein,
Wenn vorn im Licht die goldnen Priester stehn
Und sich in himmlischen Ekstasen drehn
Und hoch vom Chor die Knabenstimmen schrein

Und aus dem Dunkel neben mir die Augen
Der herben jungen Mönche an mir hängen
Und ihre stummen Seelen zu mir drängen
Und gierig sind, mein Bildnis aufzusaugen /
Und mir zur Seite jener Kardinal
Die Hände krampft in ungestümer Qual.

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15.

Year Written: 
1912
Year Rounded: 
1 900
Poem StrLen Difference: 
47

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