12.
Komm, Knabe, komm und sieh mir in die Augen,
Die dunkel sagen, daß sie dich verstehn,
Und daß sie still mit deinen Schmerzen gehn,
Um sachte deine Seele aufzusaugen.
Um deine stumme Inbrunst einzutrinken,
Denn ach, zu werben werden nie sie satt,
Solang mein Suchen diesen Durst noch hat,
In einen Rausch von Liebe zu versinken.
So nimm dein Herz in deine beiden Hände
Und bring es mir, dann ist dein Tag nicht mehr
Ein ödes Feld und deine Nacht nicht mehr
An jenen ungemeßnen Freuden leer,
Für die kein Dichter je ein Gleichnis fände.