30.
Und jedesmal, wenn ich von dir mich trenne,
Blieb wie viel Fühlen stumm und ungesagt!
Ach, daß sich Liebe nicht vom Munde wagt,
Die ich doch deinem Bild in mir bekenne:
Vor dem ich eine ewige Lampe brenne
Von Hingegebenheit, die sagt und fragt
Und all das Glühen auszustrahlen wagt,
Das ich von Mund zu Mund dir niemals nenne!
Kaum bist du fort, so schreien stumme Worte
Inbrünstig zu dir hin, und Tränen fallen,
Daß von den seligen Minuten allen
Nicht eine aufgetan die starre Pforte
Der herben Förmlichkeit, um von dem Leben,
Das sie verschließt, ein Ahnen dir zu geben!