21.

by Gisela Etzel (1880–1918) · 1912 German

21.
Und immer wieder dieser eine Traum,
Da fest und süß dein Mund den meinen findet,
Und Seligkeit / entrückt von Zeit und Raum!

Nach solcher Nacht ist dann der Tag so voll
Wie Beere, die sich schwer dem Stiel entwindet,
Wie Samenkapsel, die zerplatzen soll.

Und dieses Tages äußres Leben geht
Wie hinter Schleiern sacht zum Abend nieder;
Nur Eines ist, das klar und leuchtend steht:

Dein Bild aus jenem tieflebendigen Traum!
Wachsehnsucht bringt es mir aus Schatten wieder
Und hält es / weit entrückt von Zeit und Raum. (S. 21)
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