105.

German

105.
Ist hier das Haus, das unsrer Liebe Sehnen
Zum Tempel weiht' allseliger Gefühle?
Der Tempel steht, ein Haus voll öder Kühle
Will über seine Priesterin sich lehnen.

Wie sich die Häuser einsam vor mir dehnen!
Ich steh' allein im gällenden Gewühle,
Und keiner fragt von allen was ich fühle,
Nach welchem Zauber sich die Blicke sehnen.

Sonst durft' ich unten nur vorübergehen,
Da schien die Sonn' aus diesen stummen Scheiben,
Da lacht' ein Stern, wenn dort der Mond am Himmel.

Mag ich mich tagelang durch dies Gewimmel,
An diesem Hause mich vorübertreiben:
Die Flamm' erlosch, und kalte Lüfte wehen.

HTML Title: 

105.

Year Written: 
1905
Year Rounded: 
1 800
Poem StrLen Difference: 
57

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Strebt' ich auch, was mich umflicht,
Aus der Seele wegzudrängen;
Ach! an tausend Fäden hängt es,
Ach! mit tausend Knoten zwängt es,
Und das Herz bleibt drinne hängen,
Und das Netz, ich lös' es nicht.

(Triolett)

Galt es mir, das süße Blicken
Aus dem hellen Augenpaar?
Unter'm Netz vom goldnen Haar
Galt es mir, das süße Blicken?
Einem sprach es von Gefahr,
Einen wollt' es licht umstricken;
Galt es mir,...

Thränen unerhörter Liebe
Sind die Boten meiner Triebe.

Lauft nicht, laufet nicht, ihr Quellen,
Eilet nicht aus diesen Fässern,
Lasset ab das Land zu wässern;
Hier sind Thränen, hier sind Wellen
Eure Ufer...

Laß uns blühen, wie wir blühn,
Eh' der Winter welker Jahre
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(Fleming)

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Kränz' in...

Der Himmel fühlt und theilet meine Qualen,
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