Zum neuen Jahre nach alter Weise
[251] Zum neuen Jahre nach alter Weise. Liebes Neujahr, weißt du was? Komm und kränze Geist und Glas. Ist drinn Wein, soll’s lieb uns sein, Ist drinn Wasser, mach’s zu Wein.
Sollen alle Klagen ruhn; Lehr’ die Welt, wie Heiterkeit Meister wird der schlechten Zeit. Sei, wie Jungfer Lieschen, hold,
Lache doch, wenn’s Schicksal spricht: Sieh mich an, und lache nicht. Wer ’ne Jungfer Lieschen hat, Kriege nie ihr Mäulchen satt;
Lieb und hold dir, wie der Mai. Sehn wir in die Zeit hinaus, Ziehe nicht die Stirn sich kraus. Neu bald kommt das grüne Gras,
[252] Drum, dieweil ihr’s annoch singt, Und wohl auch manch Glas euch klingt, Haltet grün der Hoffnung Muth Seid der Welt, den Menschen gut
Beßre d’ran, wer bessern kann. Thäte jeder Tadler recht, Um die Welt dann ständ’s nicht schlecht. Macht euch doch das Leben leicht,
Hänschen, Lieschen, wißt ihr was, Eh’ euch deckt das grüne Gras.