Dem Jahre
[253] Dem Jahre. Ernst ist die Zeit; und wären wir von heuer, Uns könnte bange sein; Doch uns, so lang’ geprüft in Fluth und Feuer, Schreckt keine Zeit mehr ein.
In des Jahrhunderts Krieg? Aus schwerem Leid sind wir stets neu genesen Durch unsers Willens Sieg. Was hätten wir uns aber denn errungen
Wär’s nicht der Geist, der kühn und unbezwungen Aufblickt in Freud’ und Leid. Sonst würde ja das Leben nur ein Zittern, Endloses Zagen sein;
Nur von der Furcht befrein. Ging in der Freud’ uns oft der Geist verloren, Von Erdenwünschen matt, So wird er dann schwungkräftig neu geboren,
[254] Es fühlt der Geist, nur er sei kampfbeständig, In ihm nur sei die Kraft; Durch ihn nur wird das Werk der Zeit lebendig, Und dem Verfall entrafft.