Alter Brauch

by Johann Karl Wilhelm Geisheim

[281] Alter Brauch. Auf, auf, ihr Fastnachtsnarren, auf! Stellt euch in bunte Reih’, Und zieht vor uns in Fröhlichkeit, Zum Possen der verbrummten Zeit,

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Im lust’gen Zug’ vorbei!

Viel Narren sieht man in der Welt, Doch die nicht lustig sind: Drum lob’ ich euch, ihr lustigen, Die ihr der Lust verlustigen,

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Betrübten Zeit entrinnt.

Die Fasching ist mit ihrem Schwank Ein ganz uralter Brauch! Die alten Bräuche halte werth, Wer unsre guten Alten ehrt;

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Sie waren Narren auch.

Und schämten sich’s auch nicht zu sein, Des Jahres doch ein Mal; Denn Mancher ist das ganze Jahr Ein Narr, oft leider immerdar,

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Ohn’ Lust und eigne Wahl.

[282] Wir aber wählen uns den Spaß Und unser Narrenthum; Und gute, frohe Narr’n zu sein, Durch Lust dem Leben Dank zu weihn,

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Sei unser Faschingsruhm.

Denn schöner ist die Welt fürwahr, Als Mancher sie erkennt; Der ist der allergrößte Narr, Der, für der Erde Schönheit starr,

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Sich gar wohl weise nennt.

Weg mit der Weisheit, welche will Verzagt und brummig sein! Da haben wir ganz andern Muth, Uns schmeckt das Leben herzlich gut,

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Bei Sang und Kuß und Wein.

Labt uns auch Liebe, Wein, Gesang Nicht jeden Augenblick: Wir denken an den schönen Tag, Da hinter uns die Klage lag,

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Stets jung an Muth zurück.

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