Worte und Thräne

by Edmund Dorer

Doch den Reden traut' ich nicht: Täuschend sind gar oft die Worte, Täuschen den sogar, der spricht. Aber als in deinem Auge Eine heiße Thräne stand, Fühlt' ich bald, daß ihre Sprache Meinen Zweifel überwand. Aus dem Herzen kommt die Thräne, Und sie täuscht die Herzen nicht; Glänzt doch hell in ihr die Wahrheit, Wie im Tau der Sonne Licht. Aus: Edmund Dorer's Nachgelassene Schriften Herausgegeben von Adolf Friedrich Graf von Schack Erster Band Dichtungen - Übersetzungen Verlag von L. Ehlermann Dresden 1893 (S. 5) _____

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