Windstille

by Franz von Dingelstedt

Hat mir mein süßes Kind erlaubt, Auf ihrem Busen darf ich wiegen Das traum- und liebesmüde Haupt; Da ruh' ich, ohne mich zu regen, Von ihren Blicken überreicht, Und lausche ihren Herzensschlägen Und schaukle mich so lind, so leicht! So schwimmt ein Kahn auf Wasserwogen, Ein herrenloser, hin und her, Hoch über ihm des Himmels Bogen, Tief unter ihm das tiefe Meer; Er weiß von keinem Stehenbleiben, Von keinem Halt und Ziele mehr, Er möchte nichts als weiter treiben, So weit, so weit, als wie das Meer. Aus: Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden Siebenter Band Zweite Abteilung (Lyrische Dichtungen Erster Band) Berlin Verlag von Gebrüder Paetel 1877 (S. 13) _____

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