Astronomie

by Franz von Dingelstedt

Die am Winterhimmel stehn, Die im Nahen und im Fernen Friedlich um einander gehn; Wie sie kommen, wie sie kreisen, Nie getrennt und nie vereint, Wie ihr Weg in festen Gleisen Ewig vorgezeichnet scheint! Daß ich so dich lieben lernte, Immer nah und immer fern, Du Geliebte, du Entfernte, Meines Lebens schöner Stern! Jeden Blick auf dich gerichtet, All' mein Thun in dir versenkt, Meine Nacht durch dich gelichtet, Meinen Lauf nach dir gelenkt! Doch statt Fixstern und Planeten Gleicht mein wildes Lieben nur Einem irrenden Kometen In der blauen Himmelsflur; Oder auch dem raschen Blitze, Der in Wetterwolken naht Und erlischt in eigner Hitze Eh' er noch gezündet hat! Aus: Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden Siebenter Band Zweite Abteilung (Lyrische Dichtungen Erster Band) Berlin Verlag von Gebrüder Paetel 1877 (S. 24-25) _____

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