Wie kommt's, daß meine Freunde

by Julius Grosse

Wie kommt's, daß meine Freunde auf den Gassen
Mich heimlich spottend einen Träumer schelten?
Sie haben Recht: von dieser Welt verlassen
Lebt meine Seele in entfernten Welten.

Kein Wunder wär's, wenn ich, von Schwermuth trunken,
Waldblumen trüg' im Haar und Wiesenhalmen,
Im übernächt'gen Auge irre Funken
Und auf dem Mund halb hingesungne Psalmen.

Wie viel hast du nun schon an mir verschuldet,
Wie viel hat all mein Leben dir zu danken!
Du wirst's erfahren, wenn du einst geduldet:
Ein Gott belächelt, doch beschirmt die Kranken. (S. 12-13)
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