Wahres Eigen

by Edmund Dorer

Doch liegt in ihr des Reichthums Schatz verborgen; So taucht aus bleicher Luft der gold'ne Morgen So ruht in dürft'gem Grund der Edelstein. Nur, was du liebest, nennst mit Recht du dein; Was Denken dir errang, was dir in Sorgen Der Arm erschafft, hat dir Natur geborgen, Das wird Besitz, nicht Eigenthum dir sein. Was du gedacht, das magst du schätzbar finden; Was du erwarbst, das magst du froh empfinden, Doch was du liebst, das kannst du überwinden. Und was du liebst, muß ganz sich dir ergeben; Es waltet fort und fort in deinem Leben, Wie Sonnengluth im Feuersaft der Reben. Aus: Sonette von Edmund Dorer Dresden 1858 Druck von B. G. Teubner (S. 6) _____

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