Wack’rer Mann

by Marie Eugenie Delle Grazie

[30]  5. Wack’rer Mann! Schon früh am Morgen Öffnet er die Ladenthür, Räumt, als trüg’ er schwere Sorgen, Keuchend sein Geräth herfür:

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Erst den Dreifuß, dann die Zange,

Ahle, Schusterkneip und Zirn, Oft auch steht und sinnt er lange, Oder reibt sich ernst die Stirn; Endlich sitzt er – doch die Hände

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Ruhen müßig noch im Schooß,

Denn am linken Straßenende Ist ein schlimmer Handel los: Frühbezechte Eseltreiber Prügeln sich dort blau und wund,

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Und der Chorus ihrer Weiber

Übt behende Faust und Mund. Durch verächtliche Geberden Sagt der Meister, was er denkt, Bis ein Stiefel, noch im Werden,

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Seine Blicke abwärts lenkt.

Heut’ noch wird er ihn vollenden – O gewiß, er schwört’s bei sich! Dreht ihn zwischen kund’gen Händen Und holt aus zum ersten Stich.

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Da – ein Ruf, ein flüchtig Grüßen –

Hastig schießt’s an ihm vorbei – „Euer Blatt!“ und ihm zu Füßen Liegt die Zeitung. – „Nun es sei!“ [31] Vorerst will er sich berathen,

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Was dem Vaterlande noth,

Welches Bündnis, welche Thaten – Traun, noch ist man Patriot! Spät erst, doch mit stolzen Blicken Nimmt er seinen Stiefel auf,

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Zwischen ihm und Rom’s Geschicken

Hastet sein Gedankenlauf, Bunt sich kreuzend hin und wieder: „Afrika“ und „Crispi“ – „Zwirn“ – „Mehr Soldaten“ – auf und nieder

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Rast es so in seinem Hirn,

Bis der Schweiß in hellen Tropfen Von der biedern Stirn ihm fällt Und die Hand mit ihrem Klopfen Leise bebend innehält.

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Da – ein helles Fensterklirren

Über ihm – sein Athem stockt – „Sie!“ und seine Blicke irren Sehnend aufwärts: Schwarzgelockt Nickt ein Köpfchen ihm von oben

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Flücht’gen Dank auf seinen Gruß,

Während er, das Haupt erhoben, Nachstarrt, bang und voll Verdruß.... Nun tritt sie heraus, nun schreitet Lächelnd sie dem Corso zu –

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Aus den braunen Händen gleitet

Ihm zum letzten Mal der Schuh....

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