Wär' ich der Wind, ich wollte pochen

by Franz von Dingelstedt

An deiner Karre grüne Thür; Wär' ich die Well', ich käm' gekrochen Und riefe leis: Herfür, herfür! Wär' ich der Wind, ich spielt' erquicklich Mit deines Haares dunklem Saum; Wär' ich die Well', ich küßte schicklich Dir Hand und Fuß, du fühltest's kaum. Wär' ich der Wind, ich säng' erbaulich Dir deiner Schönheit Ruhm und Preis; Wär' ich die Well', ich gäb' beschaulich Dein Bild dir wieder marmorweiß. Wär' ich der Wind, ich weht' und rauschte Dir lauter Lieb' in's offne Ohr! Wär' ich die Well', ich stünd' und lauschte An deiner Lippen Rosenthor. Wär' ich die Well', ich zög' allmälig Dich mit mir in mein feuchtes Haus; Wär' ich der Wind, ich hauchte selig Ob dir den letzten Seufzer aus! Aus: Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden Siebenter Band Zweite Abteilung (Lyrische Dichtungen Erster Band) Berlin Verlag von Gebrüder Paetel 1877 (S. 76) _____

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