Vorbei
by Karl Siebel (1838–1868) · 1859 German
Nun blüht die Linde wieder
Vor Liebchens stiller Thür,
Und holde Frühlingslieder
Ertönen froh in ihr.
Sie ist hinweg gezogen,
Was, Blüthe, blühst du noch?
Was wollt ihr, duft'gen Wogen,
Was wollt! was wollt ihr doch?
Sie ist hinweg gezogen
Und mit ihr zog der Mai -
Und mit ihr ist geflogen
Mein Frühlingstraum vorbei. (S. 194)
More poems by Karl Siebel
-
Ein junger Pilger zog durch's Leben hin
Mit rüst'gen Händen und mit frohem Sinn.
Da sah am Weg er eine Rose stehn, …
-
Du bist mir viel gewesen;
In deinem dunklen Blick
Hab' lange ich gelesen …
-
Du schönes Kind! die du am Altar kniest,
Die Liebe suchest und das Leben fliehst,
O mög' dein Gott dir seinen Frieden schenken! …
-
Nun wollen wir singen ein altes Lied,
Ein Lied aus dem Heiligthume,
Wo immer noch blüht, wo immer noch glüht …
All poems by Karl Siebel →