Versenkung

by Georg Scheurlin

Ich hab' in eine Seele,
In deine Seele geschaut;
Sie leuchtete vom Juwele
Der Wehmuth überthaut,
Blau wie des Himmels Helle
Und tiefer als das Meer;
Ich schöpfte Well' um Welle
Und schöpfte sie nimmer leer.

Sie lag in deinen Augen
Mir offen bis zum Grund,
Ich träumte, sie zu saugen
Von deinem süßen Mund;
Deß trag ich Herz und Sinne
Verwirrt in trunkner Schau;
Heile mit holder Minne,
Heile mich, schöne Frau. (S. 135)
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