Der Liebe Leid

by Georg Scheurlin

Eine Seele, welche liebt,
Darf von Trauer nimmer scheiden;
Liebe, wenn sie nimmt und giebt,
Ist ein bitter-sel'ges Leiden.

Denn die Rosen, die sie bricht,
Muß sie bald mit Thränen weiden;
Und sie sollte anders nicht
Als in dunkles Grün sich kleiden.

Nur wer ungeliebt verkam,
Ohne Scheiden, ohne Meiden,
Muß in solchem tiefen Gram
Um ihr Leid die Liebe neiden. (S. 164)
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