Und das Letzte

by Rainer Maria Rilke

[16] UND DAS LETZTE (6) Still heut die Stube. – Weiß wie Kalk ist Frauchens Antlitz. Müd und lustlos ihr feuchtes Auge; halb bewußtlos lehnt sie bei Vaters Katafalk.

5
[17] Zuseiten ihr der Gatte kann

sie trösten mehr in keiner Weise; nun faßt er ihre Hände leise und sieht sie ernst und bittend an. »Mein Mütterchen, nimm diesen Strauß!« 

10
tönt türher hell das Wort des Kleinen;

da glimmt ein Lächeln durch ihr Weinen, und Trost geht durch das alte Haus.

More poems by Rainer Maria Rilke

All poems by Rainer Maria Rilke →