Ueberraschung

by Franz von Dingelstedt

Wie bin ich doch so froh erschrocken, Als ich durch's Fenster aufgeblickt, Und da in deine blonden Locken Mein Auge plötzlich sich verstrickt! Ich dachte dich in weiter Ferne, Mich wußt' ich krank, gebannt an's Haus: Da tratest du, gleich einem Sterne Aus Wolken, unverhofft heraus. Als lächelnd du vorbeigegangen, Auf deinen Wangen sanfte Gluth, Da sah ich, ohne Harm und Bangen, Dir nach, im Herzen neuen Muth; Dein Anblick war mir ja gegeben Als Pfand, um dafür einzustehn: Es soll in uns'rem Liebeleben Auch nicht ein Tag verloren gehn. Aus: Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden Siebenter Band Zweite Abteilung (Lyrische Dichtungen Erster Band) Berlin Verlag von Gebrüder Paetel 1877 (S. 12) _____

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