Stimmen des Palatin
[6] Stimmen des Palatin. Stachelfeigen und Kakteen Prunken jetzt im Heiligthum Cäsars, und die Palmen wehen Kühlung in’s Triklinium.
Lautlos hin- und hergehuscht, Haben Schlingkraut und Agaven Nun den Mosaik umbuscht. Eingesunken seine Thermen
Trümmer und gestürzte Hermen Halten rings die Todtenwacht. Faul sein Purpur, morsch sein Scepter, Doch sein Athem und sein Geist,
Wie ein Aar, der sie umkreist! Steige noch so keck und munter Hier hinauf, Despotenfeind, – Trüb und stumm kehrst du hinunter,
[7] Ihrer Stimmen mächtig Dröhnen Schallt vernehmbar an dein Ohr, Ihre Opfer hörst du stöhnen, Doch auch ihren Siegeschor!
Flammt dir ihres Purpurs Saum. Vor den Augen – und verbluten Siehst du ihren Weltentraum... Schreite sacht auf diesen Fliesen
Denn sie waren Willensriesen Und wir – werden nur gewollt!