Sta. Cecilia in Trastevere
[42] Sta. Cecilia in Trastevere. (Von Maderna.) Vor deinem Bildnis bin ich hingesunken, O Jungfrau, – Überwind’rin – Heldin du! Und hab’ verschmachtend tief in mich getrunken Den Zauber deiner unentweihten Ruh’!
5
Dich hätt’ der Tod mit seinen plumpen Oualen
Dahingestreckt? Begeist’rung war’s allein: Von Ihrem Blitz seh’ ich dein Antlitz strahlen, In dir verklärt sie noch den todten Stein! Asbest erhielt sie deine heil’gen Glieder
10
Wie sie geblüht; der Katakomben Nacht
Gab unberührt und unverwest sie wieder – Zu rein warst du selbst für des Todes Macht! Denn nur Begierd’ entweiht den Leib zu Zunder Und Fäulnis, drin des Wurmes Brut erwarmt –
15
Du aber blühtest, ein jungfräulich Wunder,
Noch aus dem Grab, wie dich dein Gott umarmt!