Sonett 316

by Francesco Petrarca

Auf, Amor! deine Hände mir zu reichen,      Laß neu den müden Geist zum Himmel schweben,      Um Sie zu singen, die mit Glanz umgeben,      Jetzt lebet in des Himmels seel’gen Reichen.

5
Laß, Herr, mein Lied ihr hohes Lob erreichen,

     Wozu nicht eigne Kraft es kann erheben,      Denn ihrer werth war nicht dieß Erdenleben,      Wo nichts ihr kann an Reiz und Tugend gleichen. Er spricht: Was nur des Himmels Macht und meine

10
     Vermocht, was nur die Herzen kann besiegen,

     Das war in ihr — sie nahm der Tod uns wieder. Die Schönste war sie, seit des Tages Scheine      Sich Adams Aug’ entschloß; dieß mag genügen —      Ich sag’ es weinend — weinend schreib’ es nieder.

More poems by Francesco Petrarca

All poems by Francesco Petrarca →