Sonett 299

by Francesco Petrarca

Denk’ ich an ihn, der jetzt den Himmel ehret,      Den holden Blick, des goldnen Hauptes Neigen,      Die Engelsstimme, die die Sorgen schweigen      Einst hieß, jetzt mir den letzten Muth verzehret,

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Dann wundr’ ich mich, daß noch mein Lehen währet;

     Auch lebt’ ich nicht mehr, wollte Sie, der eigen      So Reiz als Tugend war, nicht niedersteigen      Zu meiner Rettung, wenn Aurora kehret, O süßes, frommes, sittiges Empfangen!

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     Wie sorglich horcht sie, wenn ich ihr es sage,

     Wie lang und hart mich Amors Bürde drücke; Und scheut sie dann sich vor dem klaren Tage,      So kehret, feucht die Augen und die Wangen,      Zum Himmel sie auf sicherm Pfad zurücke.

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