Sonett 1
Ihr, die in manchem Lied mich höret klagen, Die Seufzer hört, die einst mein Herz genähret, Als ich den Kelch des Jugendwahns geleeret, Wo noch in mir ein andres Herz geschlagen;
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Dem Unbestand der Reden und der Klagen,
Wie eitles Leid und Hoffen mich bethöret, Wird der, dem Amor seine Macht bewähret, Verzeihung, ja auch Mitleid nicht versagen. Der Wahn entfloh — wie ich des Volkes Schwarme
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Für lange Zeit zur Fabel ward, so brenne
Ich jetzt vor Schaam, wend’ ich den Blick zurücke. [132] Mein Wahnsinn lohnt sich nun mit Schaam und Harme Und Reu’, und daß ich deutlich nun erkenne, Ein kurzer Traum sey, was die Welt entzücke.