Sonett 104

by Francesco Petrarca German

Zum Krieg zu schwach, kann ich nicht Frieden finden,      Ich fürcht’ und hoffe, frier’ und glüh’ im Brande,      Zum Himmel flieg’ ich, schmacht’ im Erdenlande,      Nichts haltend, möcht’ ich doch die Welt umwinden.

5
Sie, die mich fesselt, will mich weder binden,

     Noch halten, noch auch lösen meine Bande —      Mich flieht der Tod — des Lebens Hoffnung wandte      Sich von mir, seit sie Amor hieß verschwinden. Ohn’ Augen seh’ ich, weg sind Sprach’ und Töne,

10
     Um Hülfe rufend, wünsch’ ich zu verderben,

     Mir selber untreu, bin ich ihr ergeben; Vom Schmerze leb’ ich, lache bey der Thräne,      Gleich schrecklich ist mir Leben, ist mir Sterben,      So ist durch dich, o Laura, jetzt mein Leben.

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