Sonett 203

by Francesco Petrarca

Der Herrscher, den nicht hemmt in seinen Siegen      Verbergen, wehren, oder eilig fliehen,      Ließ mir, weil ich bezaubert sollt’ entglühen,      Ins Herz den schärfsten Pfeil der Liebe fliegen.

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Wohl mußt’ ich schon dem ersten Streich erliegen,

     Doch weiter gieng sein grausames Bemühen,      Denn auch des Mitleids Pfeil sah ich ihn ziehen,      Und doppelt muß ich Armer mit ihm kriegen. Die eine Wunde zeiget Feuersgluthen,

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     Die andre Thränen, wenn in Schmerz versunken

     Ich dich erblicke, wie dein Auge trübe. Doch kann der Doppelquell der Thränenfluthen      Von meinem Feu’r nicht löschen einen Funken,      Ja, höher durch das Mitleid wächst die Liebe.

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