Sonett 198

by Francesco Petrarca

O kleine Kammer, einst ein sichrer Hafen,      Wenn mir am Tag gestürmt des Lebens Welle,      Jetzt bist du Stille nächt’ger Thränen Quelle,      Die mir am Tag im Auge schüchtern schlafen.

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O Bette, wo ich einst so sanft geschlafen

     In so viel Kummer - ach! mit Thränen schwelle      Ich jetzt der Kissen liebe Ruhestelle,      Seit mir nur hart mich Amors Arme trafen. Doch nicht die Stille, nicht des Schlafes Arme,

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     Mich selbst nur flieh’ ich jetzt, und die Gedanken,

     Und rastlos treibt michs, ihnen zu enteilen. Dem feindlichen, mir so verhaßten Schwarme      Der Menschen muß ich meine Freystatt danken,      So schrecklich ist mirs, bey mir selbst zu weilen.

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